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Wechselkursrisiko bei Hebelprodukten auf Basiswerte in FremdwährungAbgerechnet wird in Euro

Wer in Hebelprodukte investieren will, findet eine reichhaltige Palette an Optionsscheinen, Knock-outs und Faktor-Zertifikaten von Goldman Sachs. Im November 2022 konnten Anleger aus Hebelprodukten auf mehr als 1.000 Basiswerte wählen. Viele davon notieren nicht in Euro. Was es bei diesen Produkten zu beachten gilt.

Ganz gleich ob Call- und Put-Optionsscheine, Faktor-Zertifikate oder aber Turbos, Open-End-Turbos und Mini-Futures, also die sogenannten Knock-out-Produkte: All diese Produkte zeichnen sich durch ihre Hebelwirkung aus. Die Folgen des Hebels sind höhere Gewinnchancen, denen auf der anderen Seite höhere Verlustrisiken gegenüberstehen – bis hin zum Totalverlust. Mehr zu den Chancen und Risiken finden Sie in den verschiedenen Produktbeschreibungen und in der KnowHow-Sektion auf www.gs.de.

Ein Hebel von 10x bedeutet beispielsweise, dass eine einprozentige Schwankung des Basiswertkurses das Hebelprodukt um etwa 10 Prozent schwanken lässt. Ein Plus von 1 Prozent im DAX® würde beispielsweise einen Mini-Long auf den DAX® um rund 10 Prozent steigen lassen, während ein Mini-Short in diesem Fall etwa 10 Prozent nachgeben würde. Der Kurs des Basiswerts ist allerdings nicht der einzige Faktor, der den Preis beeinflusst. Vor allem bei Optionsscheinen kommen Marktfaktoren wie die implizite Volatilität hinzu, die erheblichen Einfluss haben können. Und bei Basiswerten in Dollar oder anderen Fremdwährungen kommt mit dem Wechselkurs eine weitere Einflussgröße hinzu, auf die wir in diesem Beitrag eingehen wollen.

Beim Kauf von Hebelprodukten auf solche Basiswerte handelt es sich um Investments in Vermögenswerte in Fremdwährung. Wird das Investment beendet, wird der Erlös schließlich wieder in Euro umgerechnet. Wenn der Wechselkurs, beispielsweise der Euro-Dollar-Kurs, zum Verkaufszeitpunkt ein anderer ist als zum Einstiegszeitpunkt, beeinflusst die Währung die Rendite. Dies kann bei einer Aufwertung der Fremdwährung zu einem Währungsgewinn führen und im Falle einer Aufwertung des Euro zu einem Währungsverlust, d.h. Anleger sollten beachten, dass ihre Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen kann.

Exkurs: Warum Wechselkurse schwanken

Anleger, die sich für Hebelprodukte mit ausländischen Basiswerten interessieren und bereit sind, das Währungsrisiko einzugehen, sollten zunächst die häufigsten makroökonomischen Gründe für Währungsschwankungen kennen:

1. Zinssätze

Die Zentralbanken können die Nachfrage nach Währungen beeinflussen, indem sie die Zinssätze anpassen. Wenn der Zinssatz eines Landes steigt, kann dies zu einer Aufwertung (einer Wertsteigerung) seiner Währung führen. In den meisten Fällen liegt dies daran, dass höhere Zinssätze ausländische Investoren anziehen, die auf der Suche nach höheren Renditen Kapital auf dem auswärtigen Markt anlegen. Da das Kapital auf eine ausländische Währung lautet, müssen sie für diese Investitionen die jeweilige Fremdwährung kaufen. Dadurch steigt die Nachfrage nach der jeweiligen Währung, was ihren Wert gegenüber der heimischen Währung erhöht. Wird der Zinssatz hingegen gesenkt, kann dies zu einer Abwertung (einem Wertverlust) der Währung führen, da ausländische Investoren ihre Investitionen und damit die Fremdwährung verkaufen, um ihren Gegenwert in heimischer Währung zu erhalten.


Abb. 1: US Federal Funds Rate, 2003 bis 2022

Die US-Notenbank Fed (kurz für Federal Reserve System) hat den Leitzins, d.h. den Zinssatz, zu dem sich US-Banken untereinander oder bei der Fed Geld leihen können, im Verlauf des Jahres 2022 mehrfach deutlich angehoben. Nach einem fünften Zinsschritt im September 2022 lag die Federal Funds Rate, auch Federal Funds Target Rate, bei 3,00 bis 3,25 Prozent.

Quelle: Goldman Sachs Research; Stand: 28. Oktober 2022


2. Inflation

Die Inflationsrate misst, um wie viel der Durchschnittspreis eines Warenkorbs über einen bestimmten Zeitraum steigt. In der Regel werden Länder mit steigenden oder hohen Inflationsraten eine Abwertung ihrer Währung gegenüber Währungen von Ländern mit niedrigeren Inflationsraten erleben. Wenn beispielsweise die Inflationsraten in der Eurozone im Vergleich zu den USA steigen, bedeutet dies, dass die Preise für Waren aus der Eurozone im Vergleich zu denen aus den USA schneller steigen und daher weniger wettbewerbsfähig sein können. Infolgedessen kann die Nachfrage nach dem Euro sinken und damit sein Wert abnehmen.


Abb. 2: Inflation nach Regionen 2004 bis 2022

Die Inflation im Euroraum hat sich seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine vervielfacht. Sie übersteigt inzwischen die Inflationsrate der USA, was nicht nur an dem entschlosseneren Gegensteuern der US-Notenbank, sondern auch an den in Europa stärker gestiegenen Energiepreisen liegt.

Quelle: Goldman Sachs Research; Stand: 28. Oktober 2022


3. Politische Veränderungen

Größere Veränderungen in der Regierungspolitik können sich auf die makroökonomische Leistung einer Volkswirtschaft auswirken, daher reagieren die Wechselkurse empfindlich auf politische Veränderungen oder politische Ereignisse. Wahlen oder Referenden mit ungewissem Ausgang können wichtige Ereignisse für die Devisenmärkte sein, und je nach Ergebnis und erwarteten politischen Veränderungen kann es zu Schwankungen kommen. Ein gutes Beispiel ist das Brexit-Votum: Das britische Pfund fiel gegenüber dem US-Dollar deutlich, als das Vereinigte Königreich im Juni 2016 für den Austritt aus der Europäischen Union stimmte.

Beispiel – Open-End-Turbo Long auf den Nasdaq-100

Das nachstehende Beispiel dient nur zur Veranschaulichung und sollte keinesfalls als Anlageempfehlung verstanden werden.

Schauen wir uns nun ein Beispiel für einen Open-End-Turbo Long auf den Nasdaq-100-Index an, um zu veranschaulichen, wie das Währungsrisiko in der Praxis bei der Anlage in Knock-out-Produkte funktioniert. Der Nasdaq-100 ist ein US-Index, der die 100 größten Nicht-Finanzwerte an der Nasdaq-Börse nach Marktkapitalisierung umfasst. Bei den meisten Indexmitgliedern handelt es sich um Technologiewerte, aber auch Unternehmen aus anderen Sektoren, wie z.B. der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie (z.B. Starbucks), sind enthalten.

Ein Open-End-Turbo Long gewinnt tendenziell an Wert, wenn der Kurs des Basiswerts steigt, und verliert tendenziell an Wert, wenn der Kurs des Basiswerts fällt. Allerdings beeinflussen auch andere Marktfaktoren wie die implizite Volatilität den Preis, wenngleich weniger als bei Optionsscheinen. In diesem Fall ist zudem der Euro-Dollar-Wechselkurs ein wichtiger Faktor, den die Anleger berücksichtigen müssen.


Beispiel: Open-End-Turbo Long auf Nasdaq-100

Quelle: Goldman Sachs International, Stand: 28. Oktober 2022


In diesem Beispiel notiert der Nasdaq bei 11.330 US-Dollar (USD). Bei einem Basispreis von 10.205 US-Dollar und einem Bezugsverhältnis von 0,01 beträgt der innere Wert 11,25 US-Dollar. Bei einem Wechselkurs von 1,0035 Dollar je Euro entspricht der innere Wert 11,21 Euro.

(11.330 USD – 10.205 USD) x 0,01 = 11,25 USD = 11,21 EUR

In diesem Beispiel haben wir das Aufgeld weggelassen, um die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen isoliert darzustellen. Das Aufgeld muss jedoch bei realen Notierungen von vielen Knock-out-Produkten mit eingerechnet werden, was sich auf Geld- und Briefkurse auswirkt (zu Aufgeld, innerem Wert und anderen Begriffen siehe Glossar auf www.gs.de).


Beispiele: Einfluss von Wechselkursänderungen

Quelle: Goldman Sachs International, Stand: 28. Oktober 2022


Fällt der Kurs des Nasdaq-100 auf oder unter die (bei Open-End-Turbos dem Basispreis entsprechende) Barriere von anfangs 10.205 US-Dollar, tritt ein Knock-out-Ereignis ein. Die Laufzeit des Open-End-Turbos Long endet dann und der Investor erleidet einen Totalverlust. Er bekommt eine Rückzahlung von 0,001 Euro. In der Praxis steigen Basispreis und Barriere des Knock-out-Produkts aufgrund der Finanzierungskosten börsentäglich leicht an. Diese Anpassung vernachlässigen wir in diesem Beispiel. Mehr hierzu finden Sie in unserem Knock-outs-Wiki auf www.gs.de.

Geht man alternativ von einem Kurs von 12.500 US-Dollar bei Fälligkeit aus (was einem Anstieg von 10,3 Prozent gegenüber dem Indexstand bei der Erstanlage entspricht), würde der Wert des Open-End-Turbos Long in US-Dollar von 11,25 US-Dollar auf 22,95 US-Dollar steigen, was einem Anstieg von 104 Prozent entspricht.

Da der Open-End-Turbo Long jedoch auf Euro lautet, muss der innere Wert, der dem Anleger bei einer Ausübung zustehen würde, noch in Euro umgerechnet werden. Zu diesem Zeitpunkt können sich Wechselkursschwankungen, die seit der ersten Investition des Anlegers in den Optionsschein aufgetreten sind, auf die an den Anleger gezahlten Erlöse auswirken:

– Wenn der Wechselkurs unverändert bliebe, läge der innere Wert bei 22,87 Euro, ein Plus von 104 Prozent.

– Im Falle einer Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar auf einen Kurs von 1,10 US-Dollar würde sich der innere Wert in Euro auf 20,86 Euro verringern, was einer Steigerung von 86,1 Prozent entspricht.

– Im Falle einer Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar auf einen Kurs von 0,90 US-Dollar würde sich der innere Wert in Euro auf 25,50 Euro erhöhen, was einem Anstieg von 127,5 Prozent entspräche.


Abb. 3: Auszahlungsprofil – Nasdaq-100-Long bei unterschiedlichen Wechselkursen

Quelle: Goldman Sachs International, Stand 28. Oktober 2022


Wenn der Wechselkurs, beispielsweise der Euro-Dollar-Kurs, zum Verkaufszeitpunkt ein anderer ist als zum Einstiegszeitpunkt, beeinflusst die Währung die Rendite. Bei annähernder Parität, wie sie im Herbst 2022 erreicht wurde, konnten bereits in amerikanische Basiswerte investierte Anleger vom Anstieg des US-Dollar profitieren.

Dieses Beispiel zeigt, dass der Wechselkurs den Erlös, den der Anleger in Euro erhält, erheblich verändern kann, selbst wenn sich die anderen in die Preisberechnung des Knock-out-Produkts einfließenden Faktoren so verhalten, wie es der Anleger erwartet.


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