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Tradingpsychologie Lernen Sie, wie die Profis zu denken

In einer akademischen Studie wurde 120 Händlern ein Handelssystem vorgelegt, das in 19 der letzten 20 Jahre zu positiven Ergebnissen geführt hatte. Nach zwölf Monaten der Anwendung war es nur einem der Händler gelungen, das System konsequent anzuwenden und Gewinne zu erzielen. Sie fragen sich, warum? Eine Antwort darauf gibt Norman Welz: Es liegt an der Denkweise, sagt der Finanzpsychologe, Mentaltrainer und Trader in seinem populären Buch Tradingpsychologie.

Was ist Tradingpsychologie?

Wir hören oft, dass erfolgreiches Trading Disziplin ist. Dies zu verstehen, ist eine Sache, es in der Praxis anwenden zu können, eine ganz andere. Experten zufolge werden die meisten Handelsentscheidungen nicht vom rationalen Teil des Gehirns getroffen, sondern vom Unterbewusstsein, d.h. von Verhaltensweisen, die bereits in frühen Lebensjahren entwickelt wurden. Da sich diese Verhaltensweisen in allen Lebensbereichen, einschließlich des Handels, ständig wiederholen, führen sie letztendlich zu immer größeren Verlusten.

Der Kern des Problems ist nicht die Intelligenz. Wie Welz es ausdrückt, ist es die angewandte Handelspsychologie, die den Unterschied ausmacht. Der Mensch schätzt Sicherheit in jeder Form. Er argumentiert: „Der Handel ist das unsicherste Geschäft, das man betreiben kann. Kein anderer Beruf ruft so viele und so intensive Emotionen hervor und spiegelt so viel von unserer Persönlichkeit wider“. Es sind nach seiner Ansicht zumeist Angst und Gier, die beim Handel unbewusst unsere Entscheidungen lenken. Wobei, wie er in einem Interview betont, auch Gier im Grunde genommen eine Form von Angst ist, der Angst, etwas zu verpassen, oder auch der Angst, nicht dazuzugehören.

Warum ignorieren die Anleger die Handelspsychologie?

Die meisten Anleger neigen zu der Ansicht, dass die Arbeit an ihrer Denkweise nicht besonders wichtig ist. Der Fokus liegt auf den Charts, der technischen Analyse und den Fundamentaldaten. Was zählt, ist, gut informiert, erfahren und kühl rational zu sein. Wissen ist zwar wichtig, aber Welz ist der Meinung, dass es die Arbeit an der Denkweise ist, die letztlich den Unterschied zwischen erfolgreichen und erfolglosen Händlern ausmacht. Es geht nicht darum, dass Wissen unwichtig ist. Es wird nur von falschen Verhaltensmustern überlagert. „Wer beim Trading langfristig Erfolg haben will, braucht dazu ein gewisses mentales Wissen, das er kontinuierlich anwendet. Der Händler benötigt sozusagen ein Trading-Gehirn. Um das zu entwickeln, muss er konstant an sich arbeiten.“ Das Problem ist, dass das Erlernen des technischen Aspekts des Handels einfacher ist als die Veränderung von tiefverwurzelten Verhaltensmustern, die Zeit brauchen, um sich zu ändern.

Kann man ein erfolgreiches Handelsgehirn trainieren?

Welz arbeitet mit Hilfe des Unterbewusstseins und der Hypnose an der Denkweise von Händlern. Er versetzt seine Kunden in eine Stimmung des Vertrauens und prägt ihnen die gewünschten Kompetenzen in die unterbewussten Regionen ihres Gehirns ein. Klingt wie Science Fiction? Mindset-Training ist kein neues Konzept. Eines der frühesten Beispiele für psychologisches Training stammt aus dem Sport. Coleman Griffith, Professor für pädagogische Psychologie an der Universität von Illinois, gilt als „Vater der Sportpsychologie“ in den Vereinigten Staaten. Einer seiner größten Durchbrüche bestand darin, dass er 1938 als Sportpsychologe bei den Chicago Cubs, einem der ältesten Profi-Basketball-Clubs der USA, angestellt wurde – ein Job, den es zu dieser Zeit noch nicht gab.

Trainer für mentale Konditionierung, die mit Spitzensportlern zusammenarbeiten, sind heute keine Seltenheit mehr. Der ehemalige Basketballspieler Michael Jordan schreibt dem renommierten Achtsamkeitstrainer George Mumford zu, dass er seine Führung der Chicago Bulls auf dem Spielfeld verändert und ihm geholfen hat, das Team zu sechs NBA-Meisterschaften zu führen. Mumford half auch Kobe Bryant, Shaquille O’Neal, Lamar Odom und zahllosen anderen Spielern der National Basketball Association, ihr Spiel zu verbessern. Der dreimalige Super-Bowl-Champion Tom Brady gehörte zu den ersten Spielern, die während ihres Studiums an der University of Michigan ein Mentaltraining in Anspruch nahmen. In Deutschland ist Dr. Hans-Dieter Hermann, der erste Sportpsychologe der deutschen Fußballnationalmannschaft seit 2004, eine der führenden Persönlichkeiten in diesem Bereich. Zu seinen Kunden gehören neben Leistungssportlern und Trainern auch Politiker und Leistungsträger der deutschen Wirtschaft.

Zwei unbedingt lesenswerte Bücher zur Handelspsychologie

Mentales Training, oder „Mindfulness“ nach George Mumford, hat seine Wirkung, wie es in einem Interview mit Mumford heißt, „von der Umkleidekabine bis in die Vorstandsetage“. Für diejenigen Anleger, die davon überzeugt sind, dass sie ihre Denkweise ernst nehmen und daran arbeiten sollten, gibt es zwei lesenswerte Klassiker aus alten Zeiten.


Nicolas Darvas:

Wie ich 2.000.000 Dollar am Aktienmarkt verdiente (1960)

Das Buch schildert die Verwandlung eines naiven Anlegers in einen gewieften Handwerker. Darvas war ein professioneller Tänzer, der bis 1952 nichts über die Aktienmärkte oder das Investieren wusste. Zu der Frage, wie er Aktien auswählte, schreibt er: „Aktien haben einen Charakter wie Menschen.“ Das sei gar nicht so unlogisch, denn sie spiegelten den Charakter der Menschen, die sie kaufen und verkaufen, getreu wider. Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Entwicklung seines einzigartigen „Box-Systems“, quasi einer Definition von Ober- und Untergrenzen beim Aktieninvestment, war die Tatsache, dass er sich wegen einer weltweiten Tanztournee von der Wall Street entfernen musste. Was er anfangs für eine Unterbrechung seines Handels hielt, schuf ihm genügend Freiraum, um seinen persönlichen Handelsstil herauszufinden.

Obwohl dieses Buch vor über 60 Jahren geschrieben wurde, ist es bis heute ein Klassiker unter den Börsenbüchern geblieben.


Alexander Elder:

Trading for a living (1993)

Obwohl es nicht ausschließlich um Handelspsychologie geht, ist dies eines der besten Bücher über individuelle Psychologie und Handel, geschrieben von dem professionellen Händler und ehemaligen Psychiater Dr. Alexander Elder. Elder gelingt es ausgezeichnet, die psychologische Seite des Finanzhandels auf direkte Weise zu erklären. „Verlieren im Handel ist psychologisch gesehen der Alkoholsucht sehr ähnlich und kann daher mit ähnlichen Methoden behandelt werden“, erklärt er.

Dieses Buch wird von Peter Brandt, CEO von Factor LLC, in seinem eigenen Bestseller „Diary of a Professional Commodity Trader“ hoch gelobt und ist eine echte Kaufempfehlung.


Bleibt als Fazit dieses kleinen Streifzugs durch das Thema mentales Training, dass in Hinblick auf die Börse ein Verständnis der Handelspsychologie einen klaren Vorteil verschafft, nicht nur, weil es Anlegern ermöglicht, ihre eigenen Impulse zu kontrollieren, sondern auch, weil es ihnen die nötige Objektivität verleiht, um die Emotionen anderer zu verstehen und sie nutzen zu können.


Quelle: Goldman Sachs Global Markets 


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