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DEPOTABSICHERUNGKursrückgängen den Schrecken nehmen

Wenn es an den Märkten volatil zugeht, können Put-Optionsscheine eine Möglichkeit zur Absicherung eines Portfolios bieten. Allerdings hat diese Depotabsicherung auch ihren Preis und ist nicht ohne Risiko.

Corona, Trumps Zollpolitik oder der Krieg im Nahen Osten: Auch in der jüngsten Vergangenheit zeigten sich die Aktienmärkte immer wieder hochvolatil.

Anleger können Maßnahmen ergreifen, um ihre Depots gegen starke Schwankungen abzusichern. Natürlich bestünde die Möglichkeit, Aktien in schwierigen Phasen zu verkaufen. Allerdings läuft man dann das Risiko, an einer Erholung oder auch einer Fortsetzung des Aufwärtstrends nicht mehr voll zu partizipieren.

Eine Alternative wäre die Absicherung des Depots durch Hebelprodukte. In diesem Beitrag möchten wir näher auf den möglichen Weg der Absicherung über Put-Optionsscheine eingehen.

Wichtig ist vorab: Eine Depotabsicherung bekommen Anleger nie zum Nulltarif. Wie bei einer Auto- oder Haftpflichtversicherung auch, müssen Anleger für den Schutz ihres Portfolios Geld aufwenden.

Wir starten direkt in die Materie, indem wir anhand von Beispielen die theoretische Funktionsweise eines Put-Optionsscheins darstellen.


Abb. 1: Put-Optionsschein

Der Wert eines Puts (amerikanischen Typs) besteht aus dem Zeitwert und dem inneren Wert. Ein innerer Wert baut sich auf, sobald der Kurs des Basiswerts tiefer liegt als der festgelegte Basispreis.

Quelle: Goldman Sachs Global Banking & Markets, Stand: 07.05.2026


Komplettabsicherung eines Portfolios durch Puts

Nehmen wir an, ein Anleger hat ein Portfolio, dessen Zusammensetzung dem Wert des EuroSTOXX50 entspricht. Der Einfachheit halber soll es genau „ein EuroSTOXX50“ sein, also der Kursstand des Index in Euro ausgedrückt.

Der Index soll bei 6.000 Punkten notieren. Der Investor möchte sein Portfolio für die kommenden beiden Monate absichern. Dazu kauft er 100 EuroSTOXX-Puts mit Basispreis 6.000 Punkte, einem Bezugsverhältnis von 0,01 und einer Restlaufzeit von neun Wochen.

Bei einem Briefkurs von 2,20 Euro je Put müsste er hierfür insgesamt 220 Euro bzw. 3,67 Prozent des EuroSTOXX50-Standes als „Absicherungskosten“ aufwenden.

Sämtliche hier aufgeführten Beispiele dienen lediglich Informationszwecken und sind nicht als Investmentempfehlungen zu verstehen. In den Rechnungen werden Transaktionskosten und sonstige Gebühren, die beim Handel anfallen können, nicht berücksichtigt. Anleger sollten sich bewusst sein, dass Investments in Put-Optionsscheine mit Risiken verbunden sind und ein teilweiser oder vollständiger Verlust des eingesetzten Kapitals möglich ist.

Bei Fälligkeit in neun Wochen haben die Puts einen Wert, wenn der EuroSTOXX50 unter 6.000 Punkten notiert. Dabei berechnet sich der innere Wert wie folgt: innerer Wert = (6.000 – EuroSTOXX50-Kurs) x 0,01. Steht der Index bei genau 6.000 oder darüber, verfallen die Puts wertlos. Die gezahlten Absicherungskosten wären dann verloren, im Gegenzug hätte aber das Portfolio vermutlich an Wert gewonnen. Bei einem Kurs von 7.000 Punkten hätte das Portfolio um 1.000 Euro zugelegt. Zieht man davon die 220 Euro Kaufpreis der Puts ab, verbleibt ein Wertzuwachs von 780 Euro.

Würde der EuroSTOXX50 indes auf 5.000 Punkte fallen, entstünde im Portfolio ein Verlust von 1.000 Euro. Gleichzeitig würden aber die Puts nun einen Wert von 100 x (6.000 – 5.000) x 0,01 = 1.000 Euro aufbauen. Daher ist der Verlust auf den gezahlten Kaufpreis der Puts begrenzt, also auf 220 Euro.

Der Kaufpreis der Put-Optionsscheine stellt gleichzeitig den maximalen Verlust für den Anleger dar. Denn der innere Wert, den die Puts aufbauen, entspricht immer exakt dem Verlust im Portfolio.

Sicherlich existieren noch andere Formen der Depotabsicherungen zum Beispiel über eine Teilabsicherung oder über andere Instrumente wie einem Discount-Put-Optionsschein oder Open-End-Turbo Short. Doch auf diese Absicherungsvarianten werden wir an anderer Stelle eingehen.


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Fotonachweise: Adobe Stock – Bild 1: ImageFlow, Bild 2: Jamrooferpix

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