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FAQ

Worin unterscheiden sich Produkte mit Basiswerten aus dem Rohstoffsektor von Produkten beispielsweise auf Einzelaktien?

Es werden i.d.R. Rohstoff-Futureskontrakte als Basiswert verwendet (siehe folgende Fragen).


Im Hinblick auf Rohstoffe unterscheidet man zwischen dem Preis bei sofortiger Lieferung des Rohstoffs („Spotpreis“) und dem Preis bei Lieferung zu einem festgelegten zukünftigen Termin („Futurepreis“). Würde Goldman Sachs Zertifikate auf den Spotpreis eines Rohstoffs emittieren, für den kein Terminmarkt existiert, müsste die Emittentin zur Absicherung den Rohstoff entsprechend handeln und somit zur sofortigen Lieferung kaufen. Transport, Einlagerung und Verwaltung von Rohstoffen wie Öl, Erdgas oder Getreide wären aber mit erheblichen Kosten und Schwierigkeiten verbunden. Die Emittentin verwendet deshalb für solche Rohstoffe als Basiswerte ausschließlich Rohstoff-Futureskontrakte.
Die Verwendung von Futureskontrakten führt zu Besonderheiten, die Anleger unbedingt berücksichtigen sollten. Insbesondere sollten Anleger beachten, dass bei Produkten ohne Laufzeitbeschränkung auf Rohstoffe der Basiswert (unter Beachtung der speziellen Rollregeln) oft der kürzestlaufende Futureskontrakt auf den Rohstoff ist und nicht der Spotpreis. Dies führt dazu, dass gerollt werden muss. Mehr dazu unter „Was bedeutet ,Rollen‘, und warum muss gerollt werden?“.
Zertifikate und Hebelprodukte auf Rohstoffe, für die ein Kassamarkt existiert (beispielsweise Gold), beziehen sich dagegen grundsätzlich auf den Spotpreis.

Wo finde ich zusätzliche Informationen und aktuelle Kurse der Rohstoff-Futureskontrakte?

Auf den Websites der Börsen.


Für Privatanleger sind die einige Minuten zeitverzögerten Rohstoff-Futureskurse, die auf den Websites der Börsen veröffentlicht werden, die beste Möglichkeit, die Kurse kostenlos zu verfolgen, denn die auf www.gs.de veröffentlichten Kurse werden aus lizenzrechtlichen Gründen nicht in Echtzeit gezeigt.

Intercontinental Exchange (ICE)
www.theice.com
London Metal Exchange (LME)
www.lme.co.uk
New York Mercantile Exchange (NYMEX)
www.cmegroup.com/company/nymex.html

Chicago Board of Trade (CBOT)
www.cmegroup.com/company/cbot.html
Chicago Mercantile Exchange (CME)
www.cmegroup.com
Kansas City Board of Trade (KCBT)
www.kcbt.com
Euronext NYSE Liffe
www.liffe.com
Ich will in Öl investieren. Was sind Brent, WTI und Light Sweet Crude?

Goldman Sachs emittiert Produkte auf verschiedene Ölsorten.

Crude Oil Benchmarks (Oil Markers)Herkunft
Brent Crude Oil FutureNordsee
WTI Light Sweet Crude Oil FutureNordamerika


Goldman Sachs bietet Produkte auf Futureskontrakte der beiden Ölsorten Brent und WTI an, die in unterschiedlichen Regionen gefördert werden und die sich in ihrer chemischen Zusammensetzung unterscheiden. Dabei verwenden wir die an der Londoner Intercontinental Exchange (ICE) gehandelten Brent-Futureskontrakte und die an der New York Mercantile Exchange (NYMEX) gehandelten WTI-Futureskontrakte. Ausführlichere Informationen zu dieser Frage bietet der Rohstoff-Kompass, der hier heruntergeladen werden kann.

Was bedeutet „Rollen“, und warum muss gerollt werden?

Bei Open-End-Zertifikaten und Mini-Futures muss gerollt werden, weil die als Basiswert verwendeten Futureskontrakte eine Fälligkeit haben, Open-End-Produkte jedoch nicht.


Futureskontrakte haben fixe Fälligkeiten. Mini-Futures und Open-End-Zertifikate haben jedoch keine festen Laufzeiten. Folglich müssen während der Laufzeit dieser Open-End-Produkte regelmäßig die unterliegenden Futureskontrakte erneuert werden. Dieser Vorgang wird als Rollen bezeichnet. Das Rollen muss per Definition wertneutral ablaufen, siehe auch die Frage „Wie genau funktioniert das Rollen bei einem Tracker (Open-End-Zertifikat)?“


Wichtige Hinweise zum Rollen:

  1. Gewöhnlicherweise wird zwischen dem „Front Month Future“ (kürzestlaufender Kontrakt) und dem nächstfälligen Future gerollt (siehe Frage „Wie genau funktioniert das Rollen bei einem Tracker (Open-End-Zertifikat)?“ und „Wie läuft das Rollen bei einem Mini-Futures ab?“).
  2. Beim Rollen eines Mini-Futures erfolgt eine tägliche Anpassung des Basispreises (Finanzierungslevel) und grundsätzlich eine monatliche Anpassung der Knock-out-Barriere (siehe Frage „Wie läuft das Rollen bei einem Mini-Future ab?“), während beim Rollen eines Open-End-Zertifikats das Bezugsverhältnis (Ratio) angepasst wird (siehe Frage „Wie genau funktioniert das Rollen bei einem Tracker (Open-End-Zertifikat)?“). Bei einem Mini-Futures findet keine Anpassung des Bezugsverhältnisses statt.
  3. Zur Reduzierung von Rollverlusten werden bei einigen unserer Produkte besondere Rollstrategien eingesetzt. Diese Strategien werden auf der Webseite als „rolloptimierte“ Strategien bezeichnet. Bei diesen erfolgt das Rollen zu einem anderen Termin (zum Beispiel einige Tage früher) oder zwischen anderen Kontrakten: So rollt die A1-Strategie (zum Beispiel Open-End-Zertifikat WKN GS1AA1) beispielsweise vom kürzestlaufenden Kontrakt nur dann in den nächstfälligen Future, wenn der Preisunterschied im Contango kleiner ist als 0,5%. Ist der Preisunterschied größer, wird stattdessen in den sechstnächsten Kontrakt gerollt. Fällt der Preisunterschied im nächsten Monat geringer aus, wird zurück ans kurze Ende gerollt.
  4. Alle Produkte auf die S&P GSCI®-Indizes werden ebenfalls gerollt – allerdings nicht von Goldman Sachs, sondern vom Indexsponsor Standard & Poor’s. Die maßgeblichen Rollregeln sind in der „Index Methodology“  von Standard & Poor’s beschrieben. Für Goldman Sachs ist der Index daher eine „exogene Variable“. Die Regeln für spezielle Strategien sind in den Wertpapierprospekten erläutert.
Wann genau wird bei einem Rohstoff-Futureskontrakt gerollt?

Der Rollvorgang richtet sich danach, wie der als Basiswert verwendete Future gehandelt wird, und findet in der Regel am 10. Berechnungstag vor dem First Notice Day des bis zum Rollen als Basiswert verwendeten Futureskontrakts mit Wirkung zu 24:00 Uhr (Ortszeit London) statt.


Bei den wichtigen Energierohstoffen Brent-Öl, WTI-Öl und Henry-Hub-Erdgas erfolgt das Rollen monatlich, während Getreide, Vieh usw. seltener rollen. Die genauen Termine sind jeweils im Wertpapierprospekt angegeben. Der First Notice Day ist bei jedem Basiswert unterschiedlich. Dies führt dazu, dass es keinen einheitlichen Rolltermin für sämtliche Rohstoff-Futureskontrakte gibt.

Wie genau funktioniert das Rollen bei einem Tracker (Open-End-Zertifikat)?

Die Position im „alten“ Futureskontrakt wird wertneutral gegen eine Position im „neuen“ Futureskontrakt getauscht. Weil beide Kontrakte in der Regel einen unterschiedlichen Preis haben, muss das Bezugsverhältnis (Ratio) angepasst werden – sonst wäre das Rollen nicht wertneutral.


Zahlenbeispiel: Open-End-Zertifikat auf WTI-Öl mit Rollvorgang:

Nehmen wir an, es existiere ein Open-End-Zertifikat mit den folgenden Eigenschaften: Das Open-End-Zertifikat bezieht sich auf den WTI-Öl-Future mit Fälligkeit März. Der First Notice Day dieses Futureskontrakts sei der 24. Februar, sodass am 10. Februar (zehn Berechnungstage – Wochentage ohne Samstag und Sonntag – davor, unter der Annahme, dass der 10. Februar ein Wochentag ist) der Rollvorgang stattgefunden hat (siehe auch die vorherige Frage „Wann genau wird bei einem Rohstoff-Futurekontrakt gerollt?“). Das Zertifikat bezieht sich auf eine Stückzahl von 1,0 des Futureskontrakts. Abends zum Zeitpunkt des Rollens notierte der März-Future bei 100 USD. Gleichzeitig notierte der April-Future bei 110 USD.
 
Eine Einheit des März-Futureskontrakts zu 100 USD hat einen Wert von 100 USD. Eine gleichwertige Position im April-Future (110 USD) entspricht somit 0,9091 Einheiten (Rechnung: 0,9091 x 110 USD = 100 USD). Das Bezugsverhältnis des Open-End-Zertifikats sinkt bei diesem Rollen also von 1 auf 0,9091. Dies wird als Rollverlust bezeichnet. Trotzdem war das Rollen wertneutral – weil beide Positionen genau den gleichen Wert haben (jeweils 100 USD).

Wie kann es sein, dass einerseits das Rollen wertneutral sein soll, aber andererseits von Rollverlusten und Contango-Verlusten gesprochen wird?

Das Rollen als solches ist wertneutral. Falls jedoch die Futureskontrakte an Wert verlieren, während sie Basiswert sind, verliert auch das Open-End-Zertifikat im Preis.

In der Tat erfolgt das Rollen wertneutral. Sofern keine Rollgebühr erhoben wird, erleidet der Anleger durch den Vorgang des Rollens keinen finanziellen Verlust (und erzielt auch keinen Gewinn). Bei einem Rollvorgang, der stattfindet, während die Futureskurve in Contango notiert, kommt es jedoch zu einem Verlust an Partizipation an dem zugrundeliegenden Basiswert. Die Ursache dafür liegt auf der Hand, wenn man sich verdeutlicht, was es heißt, dass der Basiswert in Contango notiert, also ein länger laufender Kontrakt über die gleiche Menge des gleichen Rohstoffs zu einem höheren Preis notiert als ein kürzer laufender: Da der Anleger eine bestimmte Menge des weniger teuren kurzen Kontrakts verkauft, wird der Verkaufserlös nicht reichen, um die gleiche Menge des länger laufenden und in einer Contango-Phase teureren Kontrakts zu kaufen. Entsprechend wird der Anleger eine geringfügig geringere Menge des länger laufenden Rohstoffs erwerben können.
 
Damit steht dann das Preisniveau fest, über dem der Rohstoffpreis beim nächsten Rollen wird liegen müssen, damit sich kein finanzieller Verlust für den Anleger einstellt. Dies wird an einem Beispiel deutlich: Angenommen, ein Zertifikat verbrieft genau ein Fass Rohöl zur Lieferung im März und müsste in den April-Kontrakt gerollt werden. Im Folgenden wird der Wert des Zertifikats beispielhaft berechnet (wir lassen die Währungsumrechnung von US-Dollar in Euro einmal außen vor, da dies nicht den Kern dieser Frage betrifft und nur verwirren würde). Das oben genannte Zertifikat wäre dann bei einem Preis von 100 USD für den März-Futureskontrakt eben genau diese 100 USD wert (1,0-mal den Futureskontrakt). Der April-Kontrakt notiert aber gleichzeitig bei 110 USD. Der Anleger kann also von den 100 USD, die aus dem Verkauf des März-Kontrakts erlöst werden können, kein ganzes Fass Rohöl kaufen, sondern nur den 100/110ten Teil. Das sind 0,9091 Fass Rohöl. Diese 0,9091 Fass April-Öl haben aber genauso viel Wert nach dem Rollen wie die 1,0000 Fass März-Öl vor dem Rollen. Es muss nun allerdings, damit am Ende aus dem Verlust an Partizipation nicht auch ein finanzieller Verlust wird, der kürzeste Futureskontrakt beim nächsten Rollen einen Monat später (also dann der April-Kontrakt, in den gerade hineingerollt wurde) auch mindestens diese 110 USD kosten, die für ihn bezahlt wurden. Der Markt hat also einen Ölpreisanstieg unterstellt, und der Anleger des rollenden Produkts profitiert nur, wenn der Ölpreis stärker ansteigt, als vom Markt ohnehin erwartet.


Die Forward-Kurve, die sich aus den unterschiedlichen Laufzeiten der Terminkontrakte ergibt, kann Anlegern wichtige Anhaltspunkte darüber geben, wie sie sich positionieren sollten.

Ist es überhaupt möglich, mit einem Open-End-Zertifikat auf Rohstoff-Futureskontrakte Gewinne zu machen? Steigen die Ölpreise, dann sprechen Sie von Contango und Rollverlusten – und bei fallenden Ölpreisen verliere ich doch auch?

Ja, natürlich sind Gewinne möglich. Investoren müssen aber wissen, dass sie nicht nur auf steigende Preise setzen, sondern darauf, dass die Preise stärker steigen als bereits in der Forwardkurve eingepreist, siehe auch die Frage „Was versteht man unter Forwardkurve, Contango und Backwardation?“.

Beispielhaft betrachten wir dazu ein Open-End-Zertifikat auf Brent-Rohöl. Für dieses Zertifikat sei festgelegt, dass in jedem Monat zehn Tage vor dem sogenannten First Notice Day ein Rollen aus dem kürzesten Kontrakt in den zweitkürzesten stattfindet. Hier kommt es nun darauf an, ob die Kurve am kurzen Ende in Contango oder Backwardation notiert. Denn wenn es eine Contango-Kurve gibt, dann verkauft der Anleger beim Rollen einen Kontrakt, der billiger ist als der Kontrakt, den er dafür kauft. Das führt dazu, dass das Geld nicht reicht, um wieder die gleiche Menge des Rohstoffs zu kaufen.

So würde ein Anleger beispielsweise nicht mehr ein Zertifikat halten, das ein Barrel Öl verbrieft, sondern eines, das nur noch 0,98 Barrel Öl verbrieft. Wenn sich dieses oft wiederholt, kann sich damit die Partizipation in einer langen Contango-Phase deutlich reduzieren. Dieser Effekt wird Rollverlust genannt. Für einen Anleger bedeutet das, dass er in einer Contango-Phase nicht darauf setzt, dass der Ölpreis steigt, sondern darauf, dass er stärker steigt, als von der Contango-Kurve vorhergesagt. Dies sollten Anleger bei ihrer Entscheidung für das Produkt berücksichtigen, und sie sollten unbedingt auch während der Haltezeit regelmäßig die aktuelle Forwardkurvenformation überprüfen.

Sollte die Forwardkurve dagegen einen fallenden Verlauf haben, welcher als Backwardation bezeichnet wird, dann wird sich das bei Open-End-Zertifikaten in steigenden Bezugsverhältnissen, also in der Partizipation an einer größeren Menge Rohöl, niederschlagen.


Ausführliche Informationen dazu bietet der Expertenrat 03/2009.

Wie läuft das Rollen bei einem Mini-Futures ab?

Bei einem Mini-Futures werden beim Rollen der Basispreis (Finanzierungslevel) und die Knock-out-Barriere angepasst. Das Bezugsverhältnis (Ratio) bleibt unverändert. Das Rollen soll wertneutral sein. Sowohl bei Long- als auch bei Short-Mini-Futures werden Basispreis und Knock-out-Barriere nach oben angepasst.


Im Folgenden werden die Formeln zur Berechnung des durch das Rollen veränderten Basispreises (Finanzierungslevel) dargestellt. Der veränderte Basispreis führt zu einer neuen Knock-out-Barriere, deren Berechnung ebenfalls in der Formel unten dargestellt wird. Ein anschließendes Zahlenbeispiel soll dies verdeutlichen.

Mini-Futures Long: BPneu = BPalt - (Refalt - Fee) + (Refneu + Fee)
Mini-Futures Short: BPneu = BPalt - (Refalt + Fee) + (Refneu - Fee)
BPneuBasispreis nach dem Rollen
BPaltBasispreis vor dem Rollen
RefneuKurswert des neuen Futureskontrakts
RefaltKurswert des bis zum Rollen als Basiswert verwendeten Futureskontrakts
FeeRollgebühren. Diese werden einmal für den Verkauf des alten Kontrakts und noch einmal für den Kauf des neuen Kontrakts fällig.
Bisher berechnet Goldman Sachs diese Gebühren ausschließlich bei speziellen Industriemetallen.


Die Anpassung findet am Rolltermin (siehe Frage „Wann genau wird bei einem Rohstoff-Futureskontrakt gerollt?“) mit Wirkung zu 24:00 Uhr (Ortszeit London) statt. Unmittelbar nach der Anpassung des Basispreises (Finanzierungslevel) wird auch die Knock-out-Barriere nach folgenden Formeln angepasst.


Mini-Futures Long: KOneu = BPneu x (1 + Puffer)
Mini-Futures Short: KOneu = BPneu x (1 - Puffer)
KOneuKnock-out-Barriere nach dem Rollen
PufferIn Prozent definierter Abstand zwischen Basispreis (Finanzierungslevel) und Knock-out-Barriere.
Der Puffer ändert sich aufgrund von Zinseffekten täglich. Für die Anpassung wird jedoch der originäre, beim letzten monatlichen Rollen
festgelegte Puffer verwendet. Die Emittentin hat auch das Recht, den Puffer bis zur Höhe des in dem Prospekt angegebenen maximalen
Puffers zu ändern.


Zahlenbeispiel:

Nehmen wir an, ein Mini-Future Long und ein Mini-Futures Short wurden Anfang Mai zwischen den Juni- und Juli-Brent-Futures gerollt. Auf www.gs.de sind dazu auf der entsprechenden Produkteinzelseite (Reiter Produktkalender) die Daten notiert. Es gelten jeweils die im Prospekt definierten Rundungsregeln. Es folgt ein Beispiel zum Rollen der beiden Mini-Futures Long und Short.


Preis des Juni-Futureskontrakts am Rolltermin100,00 USD
Preis des Juli-Futureskontrakts am Rolltermin110,00 USD
Puffer der Brent-Mini-Futures5%


Berechnung (Mini-Futures Long auf Brent):

Alter Basispreis75,00 USD
Rollgebührenkeine
Neuer Basispreis75,00 USD – 100,00 USD + 110,00 USD = 85,00 USD
Neuer Knock-out-Barriere85,00 USD x (1 + 0,05) = 89,25 USD → 89,30 USD


Berechnung (Mini-Future Short auf Brent):

Alter Finanzierungslevel125,00 USD
Rollgebührenkeine
Neuer Finanzierungslevel125,00 USD – 100,00 USD + 110,00 USD = 135,00 USD
Neuer Knock-out-Level135,00 USD x (1 – 0,05) = 128,25 USD → 128,20 USD


Warum wurde der Basispreis (Finanzierungslevel) angepasst? Betrachten wir die folgende beispielhafte Rechnung:

ZeitpunktPreis des FutureskontraktsBasispreisWechselkursTheoretischer Preis des Mini-Futures Long:
Vor dem Rollen


100,00 USD
75,00 USD
1,4
(100,00 USD – 75,00 USD) / 1,4 = 17,86 EUR

Szenario 1
Nehmen wir an, der Future, in den gerollt wird, wäre 10,00 USD billiger, dann ergäbe sich OHNE eine Anpassung des Basispreises der folgende Preis:

Nach dem Rollen (hypothetisch, 
ohne Anpassung)
90,00 USD75,00 USD1,4(90,00 USD – 75,00 USD) / 1,4 = 10,71 EUR

Szenario 2
Nehmen wir an, der Future, in den gerollt wird, wäre 10,00 USD teurer, dann ergäbe sich OHNE eine Anpassung des Basispreises der folgende Preis:

Nach dem Rollen (hypothetisch, 
ohne Anpassung)
110,00 USD75,00 USD1,4(110,00 USD – 75,00 USD) / 1,4 = 25,00 EUR

Damit solche Effekte nicht eintreten, muss eine Rollanpassung stattfinden. Die einzige mögliche „Stellschraube“ ist der Basispreis. Der Basispreis wird genau so angepasst, dass der Preis des Mini-Futures vor und nach dem Rollzeitpunkt identisch ist:

ZeitpunktBasiswertpreisBasispreisWechselkursTheoretischer Preis des Minis
Szenario 1: Nach dem Rollen (mit Anpassung)90,00 USD65,00 USD1,4(90,00 USD – 65,00 USD) / 1,4 = 17,86 EUR
Szenario 2: Nach dem Rollen (mit Anpassung)100,00 USD85,00 USD1,4(110,00 USD – 85,00 USD) / 1,4 = 17,86 EUR


Der Basispreis (Finanzierungslevel) wurde also so angepasst, dass das Rollen wertneutral ist (siehe Formel oben).

Kann ich Rollverluste verhindern, indem ich den Mini-Futures vor dem Rollen verkaufe und ihn dann nach dem Rollen wieder kaufe?

Nein, das Rollen ist ein wertneutraler Vorgang (siehe Frage „Wie läuft das Rollen bei einem Mini-Futures ab?“). Es macht daher keinen Sinn, den Mini-Futures vor dem Rollen zu verkaufen und ihn nach dem Rollen wieder zu kaufen.

Wenn bei einem Mini-Future Long durch das Rollen der Basispreis (Finanzierungslevel) erhöht wurde, dann ist dies dadurch begründet, dass der Future, der nach dem Rollen als Basiswert verwendet wird, über dem bis dahin verwendeten Future notiert.
Nun ist es in einem für den Anleger sehr unglücklichen Szenario denkbar, dass der „neue“ Future direkt nach dem Rollen stark im Wert verfällt und die neue (höhere) Knock-out-Barriere gerissen wird. Dieser Barriereriss ist dann allerdings nicht durch das Rollen verursacht, sondern durch eine für den Anleger nachteilige Kursbewegung im neuen Future.

Was genau ist ein „Rohstoff-Futureskontrakt“? Was ist zum Beispiel unter „NYMEX WTI August 2015 Future“ zu verstehen?

Ein Rohstoff-Futureskontrakt ist ein Vertrag zwischen dem Verkäufer und dem Käufer zur Lieferung einer im Vorhinein festgelegten Menge des Rohstoffs zu einem im Vorhinein festgelegten Termin an einem im Vorhinein festgelegten Ort und zu einem im Vorhinein festgelegten Preis. Futureskontrakte werden an Terminbörsen gehandelt.


Unter „NYMEX WTI Oil August 2015 Future“ bzw. „NYMEX Light Sweet Crude Oil August 2015 Future“ versteht man einen Futureskontrakt der amerikanischen Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) mit Fälligkeit August 2015. Eine alternative Bezeichnung für West Texas Intermediate ist Light Sweet Crude Oil. Der Kontrakt wird an der New York Mercantile Exchange (NYMEX) gehandelt (siehe Frage „Wo finde ich zusätzliche Informationen und aktuelle Kurse der Rohstoff-Futureskontrakte?“).
 
Angenommen, im Juni 2015 notiert der August-Future bei 100,00 USD. Das hieße, dass der Käufer des Futureskontrakts im August 2015 eine Öllieferung für 100,00 USD pro Barrel (rund 159 Liter) erhalten würde. Der Preis des Kontrakts wird in US-Dollar pro Barrel quotiert, ein Future bezieht sich jedoch auf 1.000 U.S.-Barrel Öl und kostete damit insgesamt 100.000 USD. Tatsächlich muss dieser Betrag aber nicht beim Kauf des Futures voll bezahlt werden, sondern der Käufer des Futureskontrakts muss stattdessen nur einen Teil dieser Summe als Sicherheitsleistung zur Verfügung stellen. Diese Sicherheitsleistung wird dann täglich in Abhängigkeit von der tatsächlichen Entwicklung des Ölpreises angepasst. Am Ende der Laufzeit des Futureskontrakts kommt es zu einer Lieferung des Öls. Wann genau dies passiert, ist im „Termination Schedule“ des Futureskontrakts definiert. Nehmen wir beispielsweise an, der WTI-Futureskontrakt wird ab einem bestimmten Datum nicht mehr gehandelt. Wenige Tage danach wird der Käufer durch das Clearinghouse informiert, dass er eine physische Lieferung zu erwarten hat („First Notice Day“), und wiederum einige Tage danach würde ab dem 1. August das Öl physisch geliefert.
 
Goldman Sachs verwendete genau einen solchen Future als Basiswert für die Mehrzahl der Anlageprodukte auf die Rohölsorte WTI. Da Goldman Sachs aber nicht an der physischen Öllieferung interessiert ist, muss der Futureskontrakt jeweils rechtzeitig ausgetauscht werden. Dieser Vorgang wird als „Rollen“ bezeichnet (siehe Frage „Was bedeutet ,Rollen‘, und warum muss gerollt werden?“).

Was versteht man unter Forwardkurve, Contango und Backwardation?


Die Forwardkurve ist ein Diagramm der aktuellen Marktpreise aller Futureskontrakte eines Rohstoffs.


Futureskontrakte verbriefen die zukünftige Lieferung eines Rohstoffs. Natürlich macht es einen erheblichen Unterschied aus, wann die Lieferung stattfindet. Dieser Unterschied drückt sich im Preis aus.

Nehmen wir an, dass Mitte Juni ein WTI-Future mit Lieferung im September 100,00 USD pro Barrel kostet. Ein WTI-Future mit Lieferung in dem darauffolgenden Februar kostet dagegen 105,00 USD pro Barrel.  Diese beiden Futures – und zahllose weitere mit anderen Laufzeiten – werden parallel und voneinander unabhängig als verschiedene Futureskontrakte gehandelt.

Trägt man die verschiedenen aktuellen Marktpreise in ein Diagramm ein, in dem der Preis an der vertikalen Achse und die jeweiligen Fälligkeiten an der horizontalen Achse abgetragen sind, ergibt sich die Forwardkurve. Ein Teil des „kurzen Endes“ einer Forwardkurve von WTI Light Sweet Crude Oil könnte wie folgt aussehen:



Bitte beachten Sie, dass die Angaben in dem fiktiven Forwardkurven-Diagramm kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Forwardkurve sind.


Hat die Forwardkurve einen steigenden Verlauf, sind Futureskontrakte mit längerer Laufzeit teurer. Dies wird als „Contango“ bezeichnet. Fällt die Forwardkurve ab, dann sind Futureskontrakte mit längerer Laufzeit billiger. Dies nennt man „Backwardation“.

Ein Unternehmen, das sein Preisrisiko in Bezug auf WTI-Öl reduzieren will, kann über den Handel mit Futureskontrakten Preise fest „einloggen“ – ein Retail-Investor, der die Forwardkurve beobachtet, kann daraus jedoch nicht schließen, dass zum Beispiel WTI-Öl zur sofortigen Lieferung im Februar tatsächlich 105,00 USD kosten wird.

Was ist der S&P GSCI® Index?

Der S&P GSCI® ist ein futuresbasierter Rohstoffindex, der ursprünglich von Goldman Sachs konzipiert wurde und mittlerweile von der Firma Standard & Poor’s (S&P) berechnet wird.

Der Index existiert in diversen Varianten und Berechnungsformen und ist im Rohstoff-Kompass beschrieben und in der „Index Methodology“  von Standard & Poor’s exakt definiert. Prinzipiell unterscheiden sich die Indexvarianten nach Basiswertkorb, Berechnungsart und Rollstrategie.

Muss ich einen Optionsschein am Ende der Laufzeit selbst aktiv ausüben?

Nein.


Bei einem Optionsschein unterscheidet man regelmäßig zwischen amerikanischer und europäischer Ausübung. Bei beiden Ausübungsarten wird der Optionsschein am Ende der Laufzeit automatisch ausgeübt. Jedoch besitzt der Anleger bei der amerikanischen Ausübungsart das Recht auch während der Laufzeit den Optionsschein aktiv auszuüben. Schließt ein Optionsschein bei automatischer Ausübung im Geld, erhält der Anleger den Auszahlungsbetrag in der Regel am 3. Bankarbeitstag nach Fälligkeit angewiesen. Schließt der Optionsschein hingegen aus dem Geld, hat der Anleger keinen Anspruch auf eine Zahlung.

Erfolgt die Rückzahlung meines Optionsscheins/Zertifikats durch Auszahlung eines Barbetrags oder durch Lieferung des Basiswerts?

Die Rückzahlung der Produkte erfolgt in der Regel in bar und nicht durch Lieferung des Basiswerts, z.B. in Aktien. Es gibt Ausnahmen. Diese werden im jeweiligen Wertpapierprospekt beschrieben (Beispiel: die meisten Aktienanleihen).

Ich habe gehört, dass Optionsscheine vor allem wegen des hohen Hebels interessant sein könnten. Wie hoch ist der Hebel eines Optionsscheins?

Der Preis eines Optionsscheins ist von diversen Marktparametern abhängig. Es ist daher problematisch, nur „den“ Hebel zu berücksichtigen.


Viele Anleger stützen sich bei der Auswahl eines Optionsscheins auf „den“ Hebel des Optionsscheins. Unter Hebel wird gewöhnlicherweise der Stand des Basiswerts geteilt durch den Briefkurs des Optionsscheins multipliziert mit dem Bezugsverhältnis (Ratio) verstanden. Dazu betrachten wir das Zahlenbeispiel eines Calls auf ein Underlying, das derzeit bei 1.000,00 EUR notiert. Der Basispreis (Strike) des Calls liegt bei 1.500,00 EUR, die implizite Volatilität bei 30%, der risikolose Zins bei 3% und die Restlaufzeit beträgt ein viertel Jahr.


Zahlenbeispiel für einen Call mit Basispreis 1.500 EUR:

Stand des fiktiven Basiswerts1.000,00 EUR
Briefkurs des Calls0,023 EUR
Bezugsverhältnis0,01
Hebel1.000 EUR / 0,023 x 0,01 = 434,783-facher Hebel

Diese Kennzahl ist irreführend, weil der Optionsschein tatsächlich ein extrem kleines Delta hat. Besseren Aufschluss über die Entwicklung des Optionsscheins im Vergleich zum dazugehörigen Basiswert gibt stattdessen das Omega. Weitere Informationen zu den sogenannten „Griechen“ wie Vega oder Theta bieten die Goldman Sachs Akademie sowie die Hebelprodukte-Broschüre.

Probleme in Bezug auf den Hebel treten insbesondere bei weit aus dem Geld notierenden Scheinen auf, die nur noch wenige Cent kosten, weil für diese Scheine extrem hohe Hebel angegeben sind.

Weil Optionsscheinpreise diversen Einflüssen unterliegen und sich der Preis nicht nur aus dem Preis des Basiswerts ergibt, sondern ebenso Volatilitäten, Dividenden, Zinsen usw. einen erheblichen Einfluss haben, ist der „Hebel“ kein gutes Auswahlkriterium. Anleger sollten insbesondere beachten, dass eine fallende implizite Volatilität den Preis des Optionsscheins negativ beeinflusst, und dies bei der Kaufentscheidung berücksichtigen.

Hat sich ein Anleger bereits selbst entschieden, in Optionsscheinen handeln zu wollen, sollte er bedenken, dass bei isolierter Betrachtung folgendes gilt:

Implizite VolatilitätWert des CallsWert des Puts
Ansteigen der impliziten Volatilitätsteigtsteigt
Absinken der impliziten Volatilitätsinktsinkt


Wenn im Hinblick auf Optionsscheine von „der“ Volatilität gesprochen wird, ist in der Regel die implizite Volatilität des jeweiligen Basiswerts in Bezug auf eine bestimmte Laufzeit und in Bezug auf einen bestimmten Basispreis gemeint.

Anleger sollten unbedingt berücksichtigen, dass der Hebel auch das mit einem Erwerb des Optionsscheins verbundene finanzielle Risiko beeinflusst. Grundsätzlich gilt: Je höher der Hebel, desto größer auch das Risiko, denn der Hebel wirkt in beide Richtungen.

Ich habe einen Call auf den DAX® gekauft, und obwohl der DAX® gestiegen ist, ist der Call im Wert gefallen. Wie ist das möglich?

Oft ist hier eine gesunkene implizite Volatilität der Grund; dieser Effekt hat den positiven Effekt des steigenden Basiswerts überlagert (siehe Frage: „Sie sagen, eine steigende Volatilität erhöht den Preis von Puts und von Calls. Aber steigt nicht durch die höhere Volatilität auch mein Risiko, dass ein Schein nicht im Geld schließt?“). Ausführlich beschreibt dies unser Expertenrat 06/2009.

Sie sagen, eine steigende Volatilität erhöht den Preis von Puts und von Calls. Aber steigt nicht durch die höhere Volatilität auch mein Risiko, dass ein Schein nicht im Geld schließt?

Weil die Käufer eines Optionsscheins nur maximal den eingesetzten Betrag verlieren, jedoch viel mehr gewinnen können (Risikoasymmetrie), ist eine höhere Volatilität in der Regel vorteilhaft. Bei (Plain-Vanilla-)Optionsscheinen, die am Geld notieren, ist der Einfluss der Volatilität am gröβten. Umso weiter der Schein im oder aus dem Geld notiert, desto geringer wird i.d.R. der Einfluss der Volatilität auf den Wert des Optionsscheins.

Was ist die Black-Scholes-Formel, und was bedeuten die einzelnen Begriffe?

Unter der Black-Scholes-Formel ist in der Regel die mit den Randbedingungen für eine europäische Option gelöste „Partielle Black-Scholes-Differentialgleichung“ zu verstehen. Sie gibt den theoretischen Wert von Optionen in Abhängigkeit von dem zugrunde liegenden Basiswert, dem Basispreis, der Volatilität, dem risikolosen Zinssatz, der Dividende und der Laufzeit an. Die Goldman Sachs Akademie Folge 6 Optionspreismodell beantwortet diese Frage ausführlicher.

Welchen Auszahlungsbetrag erlöse ich bei einem Reverse-Bonus-Zertifikat?

Die folgende Tabelle zeigt mehrere denkbare Auszahlungsszenarien.


Kurs des Basiswerts bei FälligkeitAuszahlung
Unterhalb des BonuslevelsBezugsverhältnis x (Reverselevel – Basiswertkurs)
Zwischen Bonuslevel und Barriere, ohne während der Laufzeit die Barriere verletzt zu habenBezugsverhältnis x (Reverselevel – Bonuslevel)
Wenn während der Laufzeit die Barriere verletzt wurdeBezugsverhältnis x (Reverselevel – Basiswertkurs)
Oberhalb der Barriere und unterhalb des ReverselevelsBezugsverhältnis x (Reverselevel – Basiswertkurs)
Auf oder über dem Reverselevel0


Zahlenbeispiel: Reverse-Bonus-Zertifikat mit Bezugsverhältnis 0,01

Produkteigenschaften auf einen Blick
Basispreis5.000,00 EUR
Barriere (entspricht 140,00% vom Basispreis)7.000,00 EUR
Bonuslevel (entspricht 60% vom Basispreis)3.000,00 EUR
Reverselevel8.000,00 EUR
Bonusbetrag50,00 EUR


Die Maximalauszahlung beträgt (8.000,00 EUR – 0,00 EUR) x 0,01 = 80,00 EUR, falls der Basiswert auf 0 fällt.

Der Bonusbetrag beträgt (8.000,00 EUR – 3.000,00 EUR) x 0,01 = 50,00 EUR, falls der Basiswert zwischen Bonuslevel und Barriere schließt und niemals die Barriere verletzt hat.


Eine Auszahlung von z.B. (8.000,00 EUR – 2.000,00 EUR) x 0,01 = 60,00 EUR wird fällig, falls der Basiswert am finalen Bewertungstag auf 2.000,00 EUR schließt.

Ein Totalverlust ergibt sich bei einem Schlusskurs am finalen Bewertungstag auf oder über dem Reverselevel, also z.B. (8.000,00 EUR – 9.000,00 EUR) x 0,01 = –10,00 EUR → 0,00 EUR (Totalverlust, aber keine Nachschusspflicht, siehe Frage: „Besteht bei Hebelprodukten und Zertifikaten eine Nachschusspflicht?“).

Besteht bei Hebelprodukten und Zertifikaten eine Nachschusspflicht?

Nein. Im schlimmsten Fall erleidet der Anleger einen Totalverlust im Hinblick auf das eingesetzte Kapital und etwaige Transaktionskosten. Eine darüber hinausgehende Nachschusspflicht besteht bei Produkten von Goldman Sachs nicht.

Warum notiert ein Bonus-Zertifikat, bei dem die Barriere verletzt wurde, unter dem Preis des Basiswerts?

Ein Bonus-Zertifikat mit verletzter Barriere besteht nur noch aus der theoretischen Komponente des Zero-Strike-Calls. Dieser ist um die diskontierten Dividenden günstiger als der Basiswert. Zusätzlich muss der Wert des Zero-Strike-Calls auch noch um die Finanzierungskosten der Emittentin diskontiert werden. Beides führt zu Abschlägen. Je länger die Restlaufzeit ist, desto höher sind diese. Eine ausführlichere Erklärung bietet der Expertenrat 03/2008.

Was bedeutet „hedgen“?

Ein „Hedge“ ist ein Geschäft, mit dem die Emittentin ihr Risiko absichert.

Nehmen wir an, ein Anleger kauft 1.000 Stück eines Zertifikats, das in einem bestimmten Szenario jeweils 100 EUR auszahlt. Tritt dieses Szenario ein, erhält der Anleger von der Emittentin also 100.000 EUR. Viele Anleger befürchten, dass diese Zahlung zum Nachteil der Emittentin wäre und dass es daher im besten Interesse der Emittentin sei, wenn die Spekulation des Anlegers nicht aufgeht. Tatsächlich besteht ein derartiger Interessenkonflikt jedoch NICHT, weil die Emittentin ihre Position in der Regel abgesichert hat. Der englische Fachbegriff dafür lautet „Hedging“.

Grob vereinfacht muss die Emittentin also dafür sorgen, dass sie in einem Szenario, in dem sie zu einer Auszahlung verpflichtet ist, selbst den entsprechenden Betrag aus der Absicherung erhält. Die Emittentin hat dann ihr Risiko abgewälzt. Ob die Spekulation des Anlegers aufgeht, hat für die Emittentin dann keine Auswirkung mehr. Tatsächlich ist das Hedging allerdings komplexer, weil Goldman Sachs als Marketmaker zu jedem Zeitpunkt mit der Rückgabe der verkauften Zertifikate/Optionsscheine rechnen und so den Hedge kontinuierlich und dynamisch anpassen muss.

Wie funktioniert Hedging konkret?

Vereinfacht gesagt, sichert die Emittentin die Einzelrisiken ab.

Theoretisch könnte die Emittentin beispielsweise bei jedem Verkauf eines Bonus-Zertifikats selbst die Komponenten, also einen Zero-Strike-Call und einen Down-and-out-Put, kaufen und im Portfolio halten. Dies wäre jedoch aufwendig und unpraktisch. Daher sichert die Emittentin stattdessen die Einzelrisiken ab: Die von Goldman Sachs verkauften Produkte besitzen Sensitivitäten in Bezug auf die Veränderung diverser Marktparameter. Im Fachjargon werden diese Sensitivitäten als die „Greeks“ (deutsch: „Griechen“) bezeichnet.

Ein Computersystem aggregiert die „Griechen“ der einzelnen Produkte. So kann beispielsweise das Delta vieler DAX®-Produkte zusammengefasst werden. Die Händler von Goldman Sachs kaufen und verkaufen dann den Basiswert, Futureskontrakte, Optionen oder gehen Positionen mit anderen Marktteilnehmern ein, um diese Risiken auszugleichen und eine marktneutrale Position herzustellen (siehe auch im Akademiearchiv die Folge 9 und die Folge 17). Je liquider und verlässlicher die zum Absichern verwendeten Finanzinstrumente gehandelt werden können, desto einfacher und günstiger ist die Absicherung.

Was ist der Spread eines Optionsscheins oder Zertifikats, und warum bleibt dieser nicht gleich?

Als Spread bezeichnet man den Unterschied zwischen Geldkurs und Briefkurs eines Optionsscheins oder Zertifikats.

Als Marketmaker rechnet Goldman Sachs die Preise der Optionsscheine und Zertifikate mit komplexen finanzmathematischen Modellen aus und sendet diese Preise an die Direkthandelspartner und Börsenplätze.

Dabei stellt der Emittent zwei Kurse: Zum Briefkurs (engl.: Ask oder Offer) können Anleger ein Produkt kaufen, und zum Geldkurs (engl.: Bid) kann ein Produkt an Goldman Sachs verkauft werden. Die Differenz zwischen den beiden Kursen wird als der „Spread“ bezeichnet.

Die Höhe des Spreads ändert sich. Ist es für die Emittentin leichter, ein Produkt zu hedgen (siehe Fragen: „Was bedeutet „hedgen“?“, „Wie funktioniert Hedging konkret?“), kann die Emittentin einen sehr „engen“ Spread stellen. Nach Handelsschluss der Referenzbörse oder in Situationen, in denen der Basiswert nur illiquide gehandelt werden kann, sehr volatil ist oder sich die Emittentin ganz auf eine Indikation verlassen muss, erhöht sich der Spread. Eine solche Erhöhung des Spreads erfolgt jedoch in der Regel nicht zum Nachteil der Investoren, die den Optionsschein oder das Zertifikat bereits besitzen, weil durch die Spread-Erweiterung meist lediglich der Briefkurs erhöht wird.

Beispiel:

Spread 0,01 EURGeld 2,50 EUR / Brief 2,51 EUR
Spread 0,25 EUR

Geld 2,50 EUR / Brief 2,75 EUR

Warum stellt Goldman Sachs nur eine begrenzte Stückzahl jedes Produkts zum Handel zur Verfügung, und wie kann ich mehr handeln?

Als Marketmaker berechnet Goldman Sachs die Preise der Produkte und sendet diese an die Börsen und Direkthandelspartner. Dabei müssen unsere Händler immer das mit den Produkten verbundene Risiko genau im Auge behalten.

Die von Goldman Sachs gestellten Preise und Spreads gelten immer für eine bestimmte Stückzahl. Im Internet auf www.gs.de ist dies auf den Produkteinzelseiten als „Handelbare Stückzahl“ angegeben.

Die handelbare Stückzahl markiert die Obergrenze für den Handel zum jeweils gestellten Preis. Natürlich können Anleger zu diesem Preis auch eine kleinere Stückzahl handeln. Es ist auch generell möglich, eine größere Stückzahl zu handeln. Dazu müsste der Anleger jedoch über seine Bank bei der Emittentin den Preis für die höhere Stückzahl anfragen.

Wie berechnet sich der Preis eines Mini-Futures?

Der theoretische Preis von Mini-Futures Long und Short errechnet sich mit folgenden Formeln:


Mini-Future Long = (Stand des Basiswerts – Basispreis) x Bezugsverhältnis / Wechselkurs
Mini-Future Short = (Basispreis – Stand des Basiswerts) x Bezugsverhältnis / Wechselkurs

Fiktives Zahlenbeispiel für einen Mini-Future Long: 

Stand des Basiswerts1.000,00 USD
WechselkursEUR/USD 1,40
Basispreis (Finanzierungslevel)800,00 USD
Bezugsverhältnis 0,01
Theoretischer Preis(1.000,00 USD – 800,00 USD) x 0,01 / 1,40 = 1,43 EUR

  

Warum unterscheidet sich der so berechnete Preis von dem Preis, der tatsächlich gestellt wird?

Hauptgrund ist, dass Anleger mit zeitverzögerten Daten rechnen.

Selbst bei praktisch in Echtzeit veröffentlichten Kursen dauert es einen kurzen Moment, bis der Kurs auf www.gs.de veröffentlicht ist, sodass es für Kunden nahezu unmöglich ist, mit dem genauen Basiswertkurs nachzurechnen. Hinzu kommt, dass Goldman Sachs einen Spread berechnet (siehe auch Frage: „Wie berechnet sich der Hebel?“).

Wie berechnet sich der Hebel?

Auf www.gs.de wird der Hebel mit der folgenden Formel berechnet:



Abkürzungen: Basiswert bzw. Underlying (UN), Wechselkurs (FX), Ask = Briefkurs, Ratio = Bezugsverhältnis


Die auf der Homepage angezeigten Hebel werden immer beim Laden der Seite aktualisiert und ticken nicht in Echtzeit.


Fiktives Zahlenbeispiel für einen Mini-Future Long (siehe Frage: „Wie berechnet sich der Preis eines Mini-Futures?“):

Stand des Basiswerts1.000,00 USD
WechselkursEUR/USD 1,40
Basispreis (Finanzierungslevel)800,00 USD
Bezugsverhältnis0,01
Theoretischer Preis(1.000 – 800,00) x 0,01 / 1,40 = 1,43 EUR
Tatsächlich quotierter Marktpreis1,43 EUR / 1,44 EUR (Geld-/Briefkurs)
Spread0,01 EUR = 0,7% (des Briefkurses)
Hebel(1.000 / 1,40) / (1,44 / 0,01) = 4,96
Warum führen kleinere Knock-out-Puffer zu höheren Hebeln?

Weil kleinere Knock-out-Puffer Basispreise (Finanzierungslevel) möglich machen, die näher am Kurs des Basiswerts notieren.

Als Knock-out-Puffer bezeichnet man den Abstand zwischen Knock-out-Barriere und Basispreis (Finanzierungslevel). Zwar ist für die Höhe des Hebels neben dem Basiswert nur der Basispreis relevant (und nicht die Knock-out-Barriere; siehe Frage: „Wie berechnet sich der Hebel?“), allerdings kann die Emittentin mit dem Basispreis näher an den aktuellen Preis des Basiswerts rücken, wenn der Knock-out-Puffer kleiner ist. Läge der Knock-out-Puffer eines Mini-Futures z.B. bei 10%, dann müsste die Emittentin mit dem Basispreis zumindest einen solchen Abstand zum Basiswert halten, weil sonst die Knock-out-Barriere über dem Preis des Basiswerts liegen würde und das Produkt sofort ausgeknockt wäre.

Warum ist der Hebel nicht konstant?

Der Hebel errechnet sich aus verschiedenen Variablen (siehe Frage: „Wie berechnet sich der Hebel?“), die nicht konstant sind. Daher ist auch der Hebel nicht konstant.

Was passiert nach Handelsschluss der Referenzbörse? Was bedeutet indikatives Knock-out? Schadet mir das nicht, wenn die Produkte länger handeln? Kann dann nicht öfter ein Knock-out passieren?

Nach Handelsschluss der Referenzbörsen werden die Mini-Futures auf einer Indikation gepreist und können daher auch nur indikativ ausknocken. (Mini-Futures können nur so lange ausknocken, wie der im Prospekt definierte Basiswert gehandelt wird.)

Beispiel: Mini-Futures auf den DAX®

Handelszeiten des Basiswerts DAX®09:00 – ca. 17:30 Uhr
Handelszeiten der Mini-Futures auf DAX®08:00 – 22:00 Uhr
Zeiten, in denen nur ein indikatives Knock-out stattfinden kann08:00 – 09:00 Uhr und ca. 17:30 – 22:00 Uhr




FALLS...... der DAX® die Knock-out-Barriere zwischen 9 Uhr morgens und der Schlussauktion berührt, findet ein reguläres Knock-out statt.

... der diskontierte DAX®-Future oder die Indikation nach der Xetra-DAX®-Schlussauktion die Knock-out-Barriere berührt, wird der Handel im Mini-Future angehalten. Es findet ein indikatives (schwebendes) Knock-out statt.


Kommt es nach einem indikativen Knock-out am Folgetag nicht zu einem regulären Knock-out, wird der Handel fortgesetzt.

Seit März 2010 gibt es auch Mini-Futures auf den DAX® / X-DAX® mit anfänglichen Hebeln von 40x und 50x. Der X-DAX® wird von der Deutschen Börse vor (von 08:00 Uhr bis 09:00 Uhr) und nach der Xetra-Handelszeit (von ca. 17:30 Uhr bis 22:00 Uhr) berechnet. Dabei ist jedoch zu beachten, dass ein (reguläres) Knock-out ebenfalls zwischen 08:00 Uhr bis 09:00 Uhr beziehungsweise zwischen 17:30 bis 22:00 Uhr erfolgen kann.

Was passiert nach einem Knock-out, und was müssen Anleger beachten?

Innerhalb eines in dem Wertpapierprospekt definierten Zeitraums nach dem Knock-out eines Mini-Futures wird Goldman Sachs einen Restwert bestimmen. Dann haben Anleger die Chance, den Mini-Future aktiv an die Emittentin zurückzuverkaufen. Machen sie von diesem Recht keinen Gebrauch, erhalten sie i.d.R. nach fünf Bankgeschäftstagen automatisch den Restwert ausbezahlt.

Beim Knock-out halten unsere Händler den Handel in dem Produkt an und lösen ihre Absicherungspositionen auf. Gelingt es, die gesamte Hedgingposition zu einem Basiswertkurs in Höhe der Knock-out-Barriere aufzulösen, entspricht der Restwert der Differenz aus Basispreis (Finanzierungslevel) und Knock-out-Barriere (bereinigt um das Bezugsverhältnis). Der Restwert wird innerhalb eines in dem Wertpapierprospekt definierten Zeitraums nach Eintritt des Knock-outs bestimmt. Dabei hat der Emittent theoretisch das Recht, den für den Anleger ungünstigsten Kurs des Underlyings, der während dieses Zeitraums eingetreten ist, als Referenzpreis zu nehmen. Sobald der Restwert errechnet ist, können Anleger bis zum Ende des zweiten Handelstages nach Restwertbestimmung (T+2) zu diesem Restwert den Mini-Future aktiv an Goldman Sachs zurückverkaufen. Alternativ können Anleger auch nichts tun und erhalten dann den Restwert automatisch i.d.R. nach fünf Bankarbeitstagen (T+5) nach dem Knock-out an ihr Depot angewiesen.

Wieso bleibt bei einem Mini-Future der Basispreis (Finanzierungslevel) nicht konstant?

Der Finanzierungslevel wird durch Zinsen, Dividenden und Rollen unterliegender Futureskontrakte verändert.

Daytrader können Zinseffekte ignorieren, weil alle Anpassungen grundsätzlich nach Handelsschluss vorgenommen werden.

1) Änderungen des Basispreises (Finanzierungslevel) durch Zinsen (siehe Frage: „Wie wird der Basispreis (Finanzierungslevel) eines Mini-Futures in Bezug auf tägliche Zinsen angepasst?“)


1a) Verursacht durch den Referenzzinssatz:

Bei einem Mini-Future Long finanziert die Emittentin wirtschaftlich die im Bezug auf den Basiswert gehebelte Position des Anlegers. Die anfallenden täglichen Zinsen stellt die Emittentin dem Anleger in Rechnung, indem der Finanzierungslevel angehoben wird. Bei einem Mini-Future Short ist es umgekehrt, hier wird dem Anleger dieser Zins gutgeschrieben. Das alleine genommen erhöht den Finanzierungslevel und wirkt sich somit für den Anleger positiv aus, nimmt doch der Abstand zwischen Finanzierungslevel und Basiswertkurs zu.

1b) Verursacht durch die Zinsmarge (siehe Frage: „Wie wird der Basispreis (Finanzierungslevel) eines Mini-Futures in Bezug auf tägliche Zinsen angepasst?“):

Um die Finanzierungskosten zu decken, zahlt der Anleger sowohl bei Mini-Futures Short als auch bei Mini-Futures Long einen Zins an die Emittentin. Diese „Zinsmarge“ kann gemäß dem Wertpapierprospekt angepasst werden.

Sowohl der Referenzzinssatz als auch die Zinsmarge könnten dem Anleger direkt in Rechnung gestellt bzw. gutgeschrieben werden. Aus organisatorischen Gründen wird jedoch stattdessen der Wert des Mini-Futures täglich angepasst, indem der Basispreis (Finanzierungslevel) angepasst wird (siehe Frage: „Wie wird der Basispreis (Finanzierungslevel) eines Mini-Futures in Bezug auf tägliche Zinsen angepasst?“).


2) Weitere Änderungen des Basispreises (Finanzierungslevel)

Der Basispreis (Finanzierungslevel) wird zusätzlich auch beim Rollen unterliegender Rohstoff-Futures (siehe Frage: „Wie läuft das Rollen bei einem Mini-Future ab?“), bei Dividendenzahlungen (siehe Frage: „Wie werden Basispreis (Finanzierungslevel) und Knock-out-Barriere in Bezug auf Dividenden bei Aktien und Kursindizes angepasst?“) und Kapitalmaßnahmen von Einzelaktien angepasst. Anders als bei der Zinsanpassung ist dabei jedoch das Ziel, den Dividenden- und Rolleffekt bzw. die Auswirkung der Kapitalmaßnahme auszugleichen und somit wertneutral zu halten.

Warum ändert sich bei einem Mini-Future die Knock-out-Barriere?

Genau wie der Basispreis (Finanzierungslevel) wird die Knock-out-Barriere durch Zinsen, Dividenden und das Rollen der unterliegenden Futureskontrakte verändert.

1) Änderungen der Knock-out-Barriere durch Zinsen (siehe Frage: „Wie wird die Knock-out-Barriere eines Mini-Futures in Bezug auf tägliche Zinsen angepasst?“)

Jeder Mini-Future hat einen Knock-out-Puffer, das bedeutet eine gewollte Differenz zwischen Basispreis (Finanzierungslevel) und Knock-out-Barriere. Dies reduziert das Risiko, einen Totalverlust zu erleiden, und soll dazu dienen, dass Mini-Futures nach Verletzen der Knock-out-Barriere nicht wertlos verfallen, sondern mit einem Restwert ausgebucht werden. Weil sich der Basispreis zumindest täglich ändert, die Knock-out-Barriere jedoch nicht, wird der Abstand zwischen Basispreis und Knock-out-Barriere immer geringer. Nach einiger Zeit wäre der Abstand so gering, dass das Risiko eines Totalverlusts deutlich höher wäre. Um dem entgegenzuwirken, wird die Knock-out-Barriere an jedem ersten Bankgeschäftstag eines Kalendermonats angepasst.
 
Das bedeutet konkret: Zinsen ändern den Basispreis (Finanzierungslevel) täglich, die Knock-out-Barriere bleibt zunächst unverändert und vollzieht dann die Änderung spätestens nach einem Monat auf einmal nach.
 
Die Emittentin kann den Knock-out-Puffer im Rahmen einer im Wertpapierprospekt genannten Spanne zu diesem monatlichen Stichtag gezielt verkleinern beziehungsweise bis zu einem maximalen Knock-Out Puffer vergrößern (siehe auch Frage: „Wieso bleibt bei einem Mini-Future der Basispreis (Finanzierungslevel) nicht konstant?“).

2) Weitere Änderungen der Knock-out-Barriere (siehe Fragen: „Wie läuft das Rollen bei einem Mini-Future ab?“, „Wie werden Basispreis (Finanzierungslevel) und Knock-out-Barriere in Bezug auf Dividenden bei Aktien und Kursindizes angepasst?“)

Die Knock-out-Barriere wird zusätzlich auch beim Rollen unterliegender Rohstoff-Futures und bei Dividendenzahlungen angepasst. Auch dabei ist die Idee, den ursprünglichen Knock-out-Puffer wiederherzustellen.

Übersicht über die Anpassungen von Basispreis (Finanzierungslevel) (BP) und Knock-out-Barriere (KO) eines Mini-Futures:


Ursache:
Zinsen
Ursache:
Dividenden
Ursache:
Rollen der Futures
Basispreis-AnpassungAn jedem Bankgeschäftstag in Frankfurt am Main mit Wirkung zu 24:00 Uhr (Ortszeit London);
alle Details in Frage: „Wie wird der Basispreis (Finanzierungslevel) eines Mini-Futures in Bezug auf tägliche Zinsen angepasst?“
Am entsprechenden Bankgeschäftstag in Frankfurt am Main mit Wirkung zu 24:00 Uhr (Ortszeit London);
alle Details in Frage: „Wie werden Basispreis (Finanzierungslevel) und Knock-out-Barriere in Bezug auf Dividenden bei Aktien und Kursindizes angepasst?“
Am entsprechenden Bankgeschäftstag in Frankfurt am Main mit Wirkung zu 24:00 Uhr (Ortszeit London);
alle Details in Frage: „Wie läuft das Rollen bei einem Mini-Future ab?“
Knock-out-Barriere-AnpassungAn jedem ersten Bankgeschäftstag eines Kalendermonats in Frankfurt am Main mit Wirkung zu 24:00 Uhr (Ortszeit London);
alle Details in Frage: „Wie wird die Knock-out-Barriere eines Mini-Futures in Bezug auf tägliche Zinsen angepasst?“

  

Wie wird der Basispreis (Finanzierungslevel) eines Mini-Futures in Bezug auf tägliche Zinsen angepasst?

Die Anpassung des Basispreises (Finanzierungslevel) findet an jedem Bankgeschäftstag in Frankfurt am Main mit Wirkung zu 24:00 Uhr (Ortszeit London) unter Verwendung der folgenden Formel statt:

BPneu = BPalt x (rref +/- rfin) x N / 360
rrefReferenzzinssatz

Beispiele:

BBA EUR Overnight LIBOR: i.d.R. deutsche Basiswerte, DAX®, für Basiswerte in Euro

BBA USD Overnight LIBOR: i.d.R. Gold, Silber, US Single Stocks, für Basiswerte in US-Dollar

Bei Mini-Futures auf Rohstoffe und Futures beträgt der Referenzzinssatz i.d.R. 0%

rfinZinsmarge von Goldman Sachs bezogen auf einen Basiswert. Bei Mini-Futures Long geht dieser Zins positiv in die Formel ein, bei Mini-Futures Short negativ.
NAnzahl der Kalendertage vom aktuellen Anpassungstag (ausschließlich) bis zum nächsten Anpassungstag (einschließlich). Für die täglichen Anpassungen von Montag bis Donnerstag gilt also N=1, für Freitag gilt N=3. Bei Feiertagen kann N entsprechend höher sein.
BPneuNeuer Basispreis (Finanzierungslevel) (nach Anpassung)
BPaltAlter Basispreis (Finanzierungslevel) (vor Anpassung)



Fiktive Zahlenbeispiele:

Mini-Future Long, Wochenendanpassung (Freitag – Montag)
Basispreis (Finanzierungslevel) alt2.000,00 EUR
Referenzzins0,31%
Zinsmarge3,00%
Tage3
Basispreis (Finanzierungslevel) neu2.000,00 EUR x (1+ ((0,0031 + 0,03) x 3) / 360) = 2.000,551667 EUR → 2.000,56 EUR



Mini-Future Short, tägliche Anpassung
Basispreis (Finanzierungslevel) alt40,00 EUR
Referenzzins0,26813%
Zinsmarge3,25%
Tage1
Basispreis (Finanzierungslevel) neu40,00 EUR x (1+ ((0,0026813 – 0,0325) x 1) / 360) = 39,996686 EUR → 39,99 EUR


Bei der Anpassung des Basispreises (Finanzierungslevel) wird bei Long-Produkten stets aufgerundet, bei Short-Produkten wird abgerundet (siehe Frage: „Was sind die Rundungsregeln für Basispreis (Finanzierungslevel) und Knock-out-Barriere?“).

Wie wird die Knock-out-Barriere eines Mini-Futures in Bezug auf tägliche Zinsen angepasst?

Die Anpassung findet an jedem ersten Bankgeschäftstag eines Kalendermonats in Frankfurt am Main mit Wirkung zu 24:00 Uhr (Ortszeit London) unter Verwendung der folgenden Formel statt:

Knock-out-Barriereneu = Finanzierungslevelneu x Knock-out-Faktor

Der Knock-out-Faktor berechnet sich dabei wie folgt:

Mini-Futures Long: 1 + Knock-out-Puffer


Mini-Futures Short: 1 – Knock-out-Puffer


Zahlenbeispiel Mini-Future Long:


Stand Anfang des ersten Monats
Basispreis (Finanzierungslevel)100,00 EUR
Knock-out-Barriere104,00 EUR
Berechnung des Knock-out-Puffers(104,00 EUR – 100,00 EUR) / 100,00 EUR = 4,00%


Stand Anfang des zweiten Monats
Basispreis (Finanzierungslevel)100,28 EUR
Knock-out-Barriere104,00 EUR
Abstand zwischen Finanzierungslevel und Knock-out-Barriere ohne Anpassung(104,00 EUR – 100,28 EUR) / 100,28 EUR = 3,71%


Der Basispreis (Finanzierungslevel) ist aufgrund von Zinseffekten von 100 EUR (Stand: erster Monat) auf 100,28 EUR (Stand: zweiter Monat) angehoben worden.
 
Der Abstand zwischen Basispreis (Finanzierungslevel) und Knock-out-Barriere ist von 4% auf 3,71% gesunken.



Knock-out-Barriere-Anpassung zum Anfang des zweiten Monats: 100,28 EUR x (1 + 0,04 ) = 104,29 EUR

Der Abstand zwischen der Knock-out-Barriere und dem Finanzierungslevel beträgt wieder 4%.

Wie werden Basispreis (Finanzierungslevel) und Knock-out-Barriere in Bezug auf Dividenden bei Aktien und Kursindizes angepasst?

Zum Ex-Dividenden-Tag wird der Basispreis (Finanzierungslevel) unter Verwendung der folgenden Formel angepasst. Bei Mini-Futures Long wird die Dividende zusätzlich mit einem Dividendenfaktor multipliziert, der zwischen 0 und 1 liegt. So approximiert die Emittentin Steuereffekte.


Beispiel mit Dividendenfaktor 0,85 für den Mini-Future Long

Mini-Futures LongBPneu = BPalt – 0,85 x Dividende
Mini-Futures ShortBPneu = BPalt – Dividende


Die Knock-out-Barriere wird ebenfalls angepasst. Dies erfolgt analog zur Anpassung beim monatlichen Rollen bzw. bei Zinsanpassungen (siehe Fragen: „Wie läuft das Rollen bei einem Mini-Future ab?“, „Wie wird die Knock-out-Barriere eines Mini-Futures in Bezug auf tägliche Zinsen angepasst?“); das bedeutet, dass zur Berechnung der Knock-out-Barriere der neue Basispreis (Finanzierungslevel) mit dem Knock-out-Faktor multipliziert wird.

Zahlenbeispiel Mini-Future Long:

Nehmen wir an, dass der Basispreis (Finanzierungslevel) im ersten Monat bei 1.000,00 EUR lag und dass er unter Verwendung einer Zinsmarge von 3% und bei einem Overnight LIBOR von 0,5475% innerhalb von 30 Tagen auf 1.002,55 EUR gestiegen sei.
 
Die Dividende am Anfang des zweiten Monats betrug 10,00 EUR. Daher wurde der Basispreis (Finanzierungslevel) um 0,85 x 10,00 EUR = 8,50 EUR auf 994,05 EUR reduziert.
 
Nehmen wir an, der Mini-Future Long habe einen Puffer von 2% und es sei im Wertpapierprospekt definiert, dass bei diesem Basiswert die Knock-out Barriere immer auf „volle 10“ aufgerundet wird. Die Knock-out Barriere würde somit auf 994,05 EUR x (1 + 0,02) = 1.013,93 EUR angepasst und gemäß den Rundungsregeln auf 1.020,00 EUR aufgerundet werden.

Im EURO STOXX 50® kam es zu einer Dividendenzahlung, allerdings wurde trotzdem die Knock-out-Barriere eines Mini-Futures nicht angepasst. Wie kann das sein?

Für die Knock-out-Barriere gelten spezielle Rundungsregeln, die dazu führen können, dass dieser identisch bleibt.


Zahlenbeispiel Mini-Future Long:


Nehmen wir an, es sei im Wertpapierprospekt definiert, dass bei diesem Basiswert die Knock-out-Barriere immer auf „volle 10“ gerundet wird.
Gestern betrug der Basispreis (Finanzierungslevel) 2.232,00 EUR und die Knock-out-Barriere 2.280,00 EUR. Der Knock-out-Puffer liegt bei 2%, die Zinsmarge bei 3% und der Overnight LIBOR bei 0,5475%.
Heute wurde eine Dividende von 4,60 EUR ausgeschüttet.


Neuer Basispreis (Finanzierungslevel) heute (überschlägig):

2.232,00 EUR x (1 + ((0,0056375 + 0,03) / 360)) – 0,85 x 4,60 EUR =  2.228,31 EUR


Neue Knock-out-Barriere heute (überschlägig):

2.228,31 EUR x 1,02 = 2.272,87 EUR → 2.280,00 EUR

Die Knock-out-Barriere hat sich folglich aufgrund der Rundungsregeln nicht geändert (siehe Frage: „Was sind die Rundungsregeln für Basispreis (Finanzierungslevel) und Knock-out-Barriere?“).

Was sind die Rundungsregeln für Basispreis (Finanzierungslevel) und Knock-out-Barriere?

Der Basispreis (Finanzierungslevel) und die Knock-out-Barriere werden bei Mini-Futures Long aufgerundet, bei Mini-Futures Short abgerundet. Die Rundungsregeln sind je nach Basiswert unterschiedlich und in den Wertpapierprospekten genau festgelegt.


Beispielsweise könnte der Basispreis (Finanzierungslevel) eines Mini-Futures wird auf 0,01 gerundet und die Knock-out-Barriere auf 10. Bei Long-Produkten erfolgt eine Aufrundung, bei Short-Produkten wird entsprechend abgerundet.

Anfänglicher Basispreis eines Mini-Futures Long /
Basiskurs-Rundungsbetrag
(jeweils in der Preiswährung)
BezugsverhältnisAnfängliche Knock-out-Barriere eines Mini-Futures Long /
Knock-out-Rundungsbetrag
(jeweils in der Preiswährung)
2.250,00 / 0,010,012.300,00 / 10,00
 
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